Saubere Luft in China, keine Kreuzfahrtschiffe in Venedig, weniger Flüge – der Umwelt geht es im Moment gut, oder zumindest besser. Doch was ist, wenn die Unternehmen durch die Corona-Krise den Klimawandel “vergessen”, oder ihm weniger Priorität einräumen? Die Klimakrise ist nicht verschwunden, sie wird nur verdrängt. Was ist, wenn alles wieder hochfährt? Könnte man jetzt nicht die Chance ergreifen und handeln? Schauen wir mal auf die Ozeane im Klimawandel:
Die Ozeane bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche und sind das Zuhause vieler Fische, Wale, Krebse und vieles mehr. Und ausgerechnet dieses wertvolle Nass ist in Gefahr, denn die Ozeane schlucken 93% unserer freigemachten Energie. Auch ein Teil der CO2-Treibhausgase werden aufgenommen.
Man könnte auch einfach sagen “dann geht die Energie eben in die Ozeane, das kann uns ja egal sein.” Aber die Ozeane spielen eine viel wichtigere Rolle im Ökosystem, als wir vielleicht denken, denn:
- Das Wasser verändert sich durch die CO2-Aufnahme chemisch, es wird saurer, darunter leiden die Tiere, die im Wasser leben.
- Das Wasser wird durch die aufgenommene Energie wärmer (von 1880 bis 2015 etwa 0,8 Grad Celsius an der Oberfläche), die Treibhausgase, die es aufnimmt, können sich im warmen Wasser aber schlechter auflösen, also können auch immer weniger Treibhausgase aufgenommen werden.

Das Ganze ist also ein Teufelskreislauf: Je mehr Energie aufgenommen wird, desto wärmer wird es und weniger Treibhausgase können aufgenommen werden. Aber es kommt noch schlimmer: Sauerstoff ist auch ein Gas, kann sich also nicht im warmen Wasser auflösen, deshalb herrscht im Wasser Sauerstoffmangel. Außerdem wird ja auch die Luft wärmer, warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, Wasserdampf ist ein Treibhausgas, deshalb wird die Luft wärmer, kann wieder mehr Wasserdampf aufnehmen.
Schauen wir jetzt einmal auf den Meeresspiegelanstieg. Gucken wir einmal, woher das ganze Wasser kommt, was den Meeresspiegel steigen lässt:
31% Ausdehnung des Meerwassers durch Erwärmung,
26% Gletscher,
26% grönländischer Eisschild,
10% antarktischer Eisschild,
7 % Wasserspeicher auf dem Land.
In der Westantarktis hat das Eis schon einen gewissen Kipppunkt überschritten, die Schmelzung beschleunigt sich von selber. Der Meeresspiegel ist von 1880 bis 2013 um 23 cm angestiegen. Schauen wir auf die letzten Eis-Warmzeitwechsel, ist das vergleichsweise wenig. Wenn man aber die letzten 15 Jahre, die letzten 100 Jahre und die letzten zweitausend Jahre vergleicht, sieht man, dass der Meeresspiegel immer schneller ansteigt. So einen rasanten Anstieg hat es noch nie gegeben. Über viele Jahre hinweg schon, aber nicht in dieser kurzen Zeitspanne.